Wanderung in den Grampians

Der Grampians NP war unser nächstes Ziel. Obwohl unser Schlafplatz bei Dunkeld am Fuß des Nationalparks liegt, ist Halls Gap, die “Hauptstadt” des Parks, noch gute 65km weit weg. Auf der Fahrt mahnen einen immer wieder Schilder zu einer vorsichtigen Fahrt. Trotzdem liegt auch hier – wie in ganz Australien – alle paar hundert Meter ein totes Känguru neben der Straße…

In Halls Gap angekommen erkundeten wir erstmal die Stadt: Obwohl die Parkplätze gut gefüllt waren, waren recht wenig Menschen unterwegs. Im Zentrum reihen sich Bäckereinen, Restaurants und Souvenierläden aneinander und warten auf Touristen, denen sie ihre Ware zu entsprechenden Preisen verkaufen. Die Fahrt ging schließlich ein kleines Stück Richtung “Wonderland Car Park” weiter – dem Ausgangspunkt der meisten Wanderungen in der Gegend.

Wir entscheiden uns für den Klassiker hinauf zum “Pinnacle” einer Aussichtsplattform auf der Bergspitze. Um es vorwegzuhemen: es war eine, wenn nicht DIE, beste Wanderung der Reise. Zunächst ging es über Stock und Stein (im wahrsten Sinne des Wortes), immer die nächste Markierung im Auge.

Im Lauf der Wanderungen wechselten sich Wanderwege immer wieder mit “Querfeldein”-Passagen ab, was den Weg noch reizvoller machte. Unterwegs trafen wir alle möglichen Echsen: Eidechsen (“Skinks”) und Agamen (“Dragons”) waren dabei am häufigsten vertreten und stellten sich gerne für ein paar Fotos zur Verfügung. Unterwegs kam uns noch eine Familie aus Deutschland entgegen, die sich lautstark über Ameisen unterhielten – wie kleine die Welt doch ist…

Im waldigen Teil der Strecke sahen wir noch ein Känguru hektisch durchs Unterholz springen und das weite Suchen. Nach gut 2,5 Stunden kamen wir oben an und genossen den Blick ins Tal – was für ein lohnendes Ziel. Auf dem Rückweg waren wir etwas schneller – nur 1,5 Stunden haben wir gebraucht, bis wir unseren Landcruiser wieder erreicht hatten.

Nach kurzer Verschnaufspause fuhren wir zu den eher enttäuschenden MacKenzie Falls weiter, die aufgrund anhaltender Trockenheit kaum Wasser führten.

Bei der Einfahrt auf den Parkplatz kam uns ein anderer Landcruiser entgegen, der die Wasserfälle gerade verließ und wie es so üblich ist begrüßten wir uns kurz, indem wir die Hand vom Lenkrad hoben – allerdings kam mir die “Gegenbegrüßung” ein wenig zu enthusiastisch rüber, habe mir aber erstmal nix weiter dabei gedacht. Kaum habe ich den Wagen eingeparkt, stellt sich der andere Landcruiser direkt neben uns! Wir steigen aus und stehen einem anderen Pärchen gegenüber. Der Fahrer fragt uns ob wir den Wagen von Micha gekauft haben, womit er tatsächlich Recht hatte. Wie sich herausgestellt hat, hat er den Wagen an der kleinen Gummiente, die oben auf dem Schnorchel befestigt ist, erkannt. Er und seine Freundin kommen aus der Schweiz und sind mit “unseren” Schweizern (von denen wir den Wagen haben) durch ganz Westaustralien gefahren, nachdem sie sich unterwegs zufällig getroffen haben. Unsere Vorgänger hatten es aber etwas eiliger, so dass sich deren Wege getrennt haben. Der Wagen wurde dann an uns verkauft und wir machten uns in die gegengesetzte Richtung auf den Weg. Was für Zufälle es gibt – unglaublich! Nachdem Fotos gemacht wurden, verabschiedeten wir uns und fuhren weiter, auf der Suche nach unserem Schlafplatz.

Nächster Teil: Nagetiere…

Route


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