Nullarbor

In Port Augusta mussten wir uns entscheiden, ob wir Richtung Süden weiterfuhren und die Eyre Peninsula erkunden oder ob wir direkt weiter Richtung Westen fahren. Wir entschieden uns für letzteres, da wir endlich nach Western Australia wollten. Am westlichen Ende Halbinsel, entschlossen wir uns dazu Streaky Bay einen kleinen Besuch abzustatten. Neben einem freistehenden Steinhaufen und Pelikan am Strand, gab es hier eine kleine Robbenkolonie, die man von einem kleinen Ausguck aus beobachten konte.

Das Wetter war leider nicht auf unserer Seite, aber auf Rückweg konnten wir einen kleinen Tannenzapfenskink beobachten. Ceduna, der östliche Ausgangspunkt der Nullarbor, ist ein trostloses, hässliches Kaff. So nutzten wir unseren Kurzaufenthalt auch nur dazu den Wagen richtig voll zu tanken – entlang der Nullarbor kann der Treibstoff gut doppelt so teuer sein. Die 180 l Diesel sollten bis nach Norseman reichen – immerhin 1200 km. Nachdem ich an der Tankstelle noch schnell einen Meat Pie verdrückt habe, machten wir uns auf den Weg…

Schon am Anfang kamen uns Oldtimer entgegen. Eine ganze Prozession richtig alter Wägen aus den 1910er. Insgesamt haben wir auf der null aber alles Mögliche gesehen: Fahrradfahrer, Schwertransporte, Stretchlimousinen, Motorräder und die erwähnten Oldtimer. Der Großteil der Fahrt auf der Nullarbor ist ziemlich eintönig – nur alle paar 100 km, kommt man an etwas interessanten vorbei. Nach etwa einem Drittel der Strecke fährt man in den eigentlichen Nationalpark, an dessen Eingang das chronische Schild steht, mit dem sich alle fotografieren lassen.

Besonders schön sind die Bunda Cliffs, die man von vielen Aussichtspunkten aus bewundern kann. Hier trafen wir auch einen netten Australier der mit seiner Familie eine große Umrundung macht. Als Lehrerin darf seine Frau die Tochter privat unterrichten, was dieses Unterfangen überhaupt möglich macht. In Port Lincoln steckten sie eine ganze Weile fest, da eine lockere Schraube ins Getriebe gelangte und dieses komplett zerstörte. Dieses muss sie jetzt bis nach Melbourne zur Reparatur geschickt werden, was eine ganze Weile dauerte. 10.000 $ kostete der Spaß aber seiner Meinung immer noch günstiger als ein neues Getriebe…

Vor dem Grenzübergang nach Western Australia mussten wir wegen der strengen Quarantänevorschriften ein wenig ausmisten, was dazu führte das wir am Abend auf der Rest Area 2kg Kartoffeln (die wir noch aus Sydney hatten) frittierten und aßen bis wir sie nicht mehr sehen konnten. Bei der Inspektion mussten wir dann noch Dinge wie Honig und Knoblauch zurücklassen, dann waren wir aber endlich in Westaustralien. Die Weiterreise nach Norseman verlief wenig aufregend: Über die längste Gerade Australiens ging es immer weiter geradeaus. Und dennoch waren wir überrascht wie viel Verkehr es auf der Nullarbor gab. Man denkt immer man sieht da nur ab und zu ein anderes Auto, aber teilweise waren wir in einer kleinen Kolonne unterwegs.

In Norseman angekommen, wollten wir uns in der Tourist Information einen “We did the Nullarbor” Sticker kaufen, aber leider hatte dieses geschlossen. Also nutzen wir den Stop um nochmal zu tanken und um über ein riesiges Wohnmobil zu staunen – das größte das wir bis dahin gesehen haben. Viel später, an der Ostküste, sollten wir lernen, dass es noch vieeeel größer geht. :)

Nächster Teil: Cape Le Grand NP

Route