Great Ocean Road

Wir verließen Melbourne in westlicher Richung. Je mehr man sich aus der Metropolregion entfernt, desto dünner wird der Verkehr, desto kleiner die Ortschaften. Mit der Great Ocean Road stand als nächstes ein der aufregensten Küstenstraßen auf dem Programm. Den ersten Abstecher machten wir allerdings zu den von Touristen(gruppen) gerne übersehenen “Sheoak-Falls”.

Background
Der “She-Oak” Baum erinnerte die frühen Siedler an die europäsche Eiche, welche aber robuster war. So wurde der neu entdeckte Baum “She-Oak” genannt (“Sie-Eiche”), um mit dem femininen Zusatz deren Minderwertigkeit auszudrücken.

Nach einer kurzen Wanderung über einen gut ausgebauten Weg waren wir auch schon da – ein kleiner Wasserfall, herrlich in den umgebenden Dschungel eingerahmt – ein lohnenswertes Fotoobjekt.

Zurück auf der Great Ocean Road reihen wir uns wieder in die Touristenkarawane ein, die hier jeden Tag entlangzieht und aus unzähligen Bussen besteht, die an den großen Sehenswürdigkeiten anhalten. Die erste auf unserem Programm waren die “Twelve Apostles”, die bekannten Sandsteinsäulen vor der Küste. Da alle paar Jahre einer umfällt sind es heutzutage keine zwölf mehr und sogar seit meinem letzen Besuch 2006 ist einer im Meer versunken… Hinter den Absperrungen sieht man allerhand Unrat der den Leuten beim drüberbeugen abhanden gekommen ist: Baseball-Caps, Sonnenbrillen, Tücher, usw… Überall laufen hier mehrere Zentimeter große “Bull Ants” herum: riesige Ameisen, die als Einzelgänger leben und ihre Beute mir den ausgeprägten Mundwerkzeugen packen.

Wir stampfen wieder zurück zum Auto und klappern die “üblichen Verdächtigen” ab: Lord Ard Gorge, London Bridge und ein paar Lookouts auf dem Weg. In Warrnambool halten wir Ausschau nach dem lokalen Campingplatz, der an einer Pferderennbahn liegt und recht verlassen aussieht, also fahren wir noch ein Stückchen weiter und übernachten nahe des “Tower Hill Wildlife Reserve.”

Dieses ist am Tag drauf auch gleich als nächstes dran. Wir haben endlich richtig Sonne, ohne Wind und Wolken – zu ersten mal seit wir uns aus Sydney auf die Reise gemacht haben. Nach zehn Minuten Fahrt haben wir das Reservat erreicht (der Eintritt ist übrigens umsonst), welches eigentlich ein Vulkankrater ist. Ausgangspunkt ist ein kleiner BBQ-Platz in der Mitte des Kraters: hier lümmeln faule Koalas in den Bäumen, die gar nicht so leicht zu entdecken sind. Auch Emus durchstreifen den Platz, immer auf der Suche nach zurückgebliebenem Essbaren. Mehrere Wege starten hier und führen durch den Park. Wir entscheiden uns für den “Crater Walk”, der oben auf dem Kraterrand einmal rund herum führt.

Außer einer toten Spinne und mehreren Greifvögeln ist die Wanderung recht ereignislos verlaufen, allerdings hat man immer einen schönen Ausblick aufs Umland und die Mitte des Kraters. Als wir wieder zurück waren machten wir noch mehr Fotos von den Koalas und den Emus und fuhren über Koroit und Penshurst bis kurz vor Dunkeld, wo wir auf einem kleine Schotterparkplatz neben der Straße den Schafen im Sonnenuntergang beim Grasen zusahen – im Hintergrund die markanten Spitzen des Mt. Sturgeon.

Nächster Teil: Wanderung in den Grampians

Route