Auto & Verkehr

Das Auto


Im Auto macht sich der Linksverkehr auf den ersten Blick durch das Lenkrad bemerkbar, welches auf der rechten Seite sitzt. Die Gangschaltung ist links daneben. Die Anordnung der Gänge bleibt allerdings gleich: Der erste Gang befindet sich links oben, der zweite links unten, der dritte in der Mitte oben, usw.
Vertauscht hingegen sind die Hebel für Blinker und Scheibenwischer: Blinker rechts, Scheibenwischer links.

Tempolimit & Alkohol


In den meisten Bundesstaaten beträgt das Tempolimit 100 km/h oder 110 km/h – bis auf das Northern Territory: Hier gibt es kein Tempolimit. Innerorts gelten die aus Europa bekannten 50 km/h.

Tempolimits in Australien 

Die Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille – aber Achtung: Manche Wagenvermieter verlangen 0,0 Promille, sonst wird der durch einen Unfall entstandene Schaden nicht bezahlt. Gefühlt wird Down Under öfter kontrolliert als in Europa, wo ich in 10 Jahren kein einziges mal angehalten wurde. In Australien in einem halben Jahr dagegen zweimal. Dabei stellen sich die Polizisten auf die Straße und halten jeden systematisch an.

Unterwegs


Wichtigste Regel: Nachtfahrten wo es nur geht vermeiden. Das Risiko mit Wildtieren zu kollidieren ist um ein vielfaches höher als in Europa – in machen Gegenden ist ein Unfall fast garantiert. So sollte man die Tagesetappen so planen, dass man rechtzeitig und ohne Zeitdruck am Ziel ankommt.

Gerade Backpacker müssen ihr Budget möglichst gut ausnutzen, deswegen sollte man möglichst Benzinsparend fahren. Das heißt dann bei den meisten Wagen mit 80 km/h im höchsten Gang den Highway entlangfahren.

Auf groben Schotterstraßen sollten auch Zweirad-Autos etwas Luft aus den Reifen lassen, um sich keinen Platten einzufahren. Die fehlende Luft kann anschließen mit einem eigenen Kompressor oder an der nächsten Tankstelle wieder nachgefüllt werden.

In  Großstädten lohnt es sich oft sein Auto am Stadtrand zu parken und die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Das spart vor allem die lästige Parkplatzsuche, was die Stadtbesichtigung entspannter macht.

Gratis Parken und Übernachten
Eine Ausnahme ist das Wochenende: Da man hier in den Städten gratis parken darf, kann man dies für zwei Übernachtungen nutzen – ein entsprechendes Auto vorausgesetzt. Günstiger schläft man nirgends…

Ein Navigationsgerät ist eine enorme Hilfe: Es lotst einen durch den Stadtverkehr, lässt einen Mautstraßen vermeiden und per GPS-Koordinaten schnell das Nachtlager finden. Die Geräte kosten um die 100€, eine Australienkarte um die 40€. Persönlich habe ich mit dem TomTom gute Erfahrungen gemacht, welches uns einmal um den Kontinent führte.

Road Trains


Weltweit bekannt sind die mächtigen “Road Trains“: Riesige LKWs mit bis zu sechs Anhängern und einer Länge von bis zu 50m. Transportiert wird dabei so gut wie alles: Rinder, Lebensmittel oder Rohstoffe wie Eisenerz und Kohle. Trotz ihrer gewaltigen Ausmaße, befahren Road Trains alle Pisten die es in Australien gibt – bis zu 1000PS helfen dabei. Entgegen ihrer Größe werden sie bis zu 100km/h schnell. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man von ihnen überholt wird, wenn man benzinsparend mit 80km/h unterwegs ist. Dabei sollte man als Autofahrer Platz machen und sich am linken Rand orientieren. Das gilt auch bei entgegenkommenden Road Trains. Nicht selten haben sie noch fliegende Steine im Schlepptau, welche Steinschlag verursachen können. Gerade auf Pisten sollte man bei entgegenkommenden Roadtrains links ranfahren und warten bis er vorbei gefahren ist.


Übrigens werden Reifenplatzer von den Fahrern nicht wahrgenommen – weder während der Fahrt noch ist er von außen sichtbar, da der Reifen von anderen gestützt wird. Aus diesem Grund laufen die Fahrer vor dem Start um den LKW und schlagen mit einer Eisenstange auf die Reifen – gibt einer nach, weiß der Fahrer, dass dieser Reifen “platt” ist und getauscht werden muss.

Oversize



Noch größer als Road Trains sind die zahlreichen “Oversize“-Fahrzeuge, die einem wegen den zahlreichen Minen vor allem in Westaustralien häufig entgegenkommen. Die transportierte Ware reicht dabei von “kleinen” Swimming Pools bis zu gigantischen Brückenteilen. Oftmals brauchen diese Schwertransporter zwei Spuren, so dass sie häufig von Polizei und Sonderfahrzeugen begleitet werden.

Verhalten
Tun sie es den anderen Verkehrsteilnehmern nach und halten sie am linken Fahrbahnrand, bis der Transportzug vorbeigefahren ist. Die kleine Pause eignet sich gut zum fotografieren.

Roadkills


Was einem relativ schnell auffällt, sind die unzähligen Tierkadaver entlang der Straße – vor allem Kängurus, aber auch Rinder, Koalas und Kleintiere.  Die meisten Unfälle passieren bei Nacht, da viele Tiere erst jetzt aktiv werden. Auch tagaktive Tiere sind noch im dunkeln unterwegs. Aus diesem Grund sollte man die Ratschläge der Einheimischen ernst nehmen und Nachtfahrten vermeiden. Kängurus und deren Verwandten springen einem aber gerne auch Tagsüber direkt vors Auto… Sollte dies passieren, darf man auf keinen Fall das Lenkrad verreißen, sondern nur Bremsen und das Lenkrad fest packen. Durch ein verreißen kann zwar eventuell das Tier gerettet werden, aber man begibt sich selbst in höchste Lebensgefahr!


Alle Geländewagen und LKWs (teilweise auch PKWs) sind deshalb mit einer sog. “Roo-Bar” (von “Kangoroo-Bar”) oder einer “Bull-Bar” ausgestattet, die man sich wie eine überdimensionierte Stoßstange vorstellen kann und den Schaden am Auto im Falle eines Zusammenpralls minimieren sollen und es auch tun. Die “Bull Bars” der Road Trains, halten auch den Zusammenstoß mit Rindern stand. Gerade wer einmal um den Kontinent fährt sollte sich überlegen ob er, falls nicht vorhanden, eine “Roo-Bar” montieren lässt.

Bei so viel Aas neben und auf den Straßen, gibt es natürlich auch Profiteure: Greifvögel und andere Aasfresser. Nirgendwo habe ich so viele Greifvögel (“Birds of Prey”) gesehen wie Down Under. Überall kreisen (teils riesige) Adler, Habichte, Falken und Krähen in der Luft, um sich dann bei einem Roadkill niederzulassen und sich daran zu laben. Dabei lassen sie sich auch von vorbeifahrenden Autos nur selten stören.

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