Beuteltiere

Besonders bekannt ist Australien für seine zahlreichen Beuteltiere. Dazu zählen neben den bekannten Koalas und Kängurus auch Wombats, Opposums, Numbats und Nasenbeutler. Während die ersten Beuteltiere noch Waldbewohner waren, haben sie heute alle Lebensräume erobert. Aber auch die Arten sind grundverschieden: Das leichteste wiegt gerade mal 4,5g, während ein ausgewachsenes rotes Känguru 95kg auf die Waage bringt. Die große Gemeinsamkeit ist die Entwicklung des Embryos. Dieser kommt früh und unterentwickelt zu Welt und klettert anschließend in den Beutel der Mutter, wo er sich komplett entwickelt. Auch nach der Geburt verbringen die Nachkommen noch Zeit im Beutel: Sie nutzen ihn als Rückzugsort und Transportmittel.

Kängurus


Kein anders Tier wird so stark mit Australien verbunden wie das Känguru. Dabei denken die meisten an das große, rote oder das graue Känguru – die beiden am meist verbreiteten Arten. Das graue Känguru wird nicht so groß wie das rote, hat aber ein dickes, langes Fell, welches ihnen ermöglicht auch die kälteren Regionen wie der südöstlichen Küste zu erobern. Allerdings gibt es noch zahlreiche Unterarten: Wallabys (kleiner Kängurus), Euros (noch kleiner) und natürlich die im Regenwald lebenden Baumkängurus, die wie Affen mit ihrem Schwanz an Ästen festklammern.

Känguruweibchen mit einem kleinen ``Joey``

Unfälle
Wie alle Beuteltiere sind auch Kängurus nicht mit viel Verstand gesegnet. Das äußert sich leider auch darin, dass sie gerne vor Autos springen. Teilweise einen Meter davor – direkt in die Reifen. Da sie Dämmerungsaktiv sind, sollten Autofahrten zu diesen Zeiten möglichst vermieden werden. Wer zudem länger durch Australien fährt, sollte über eine “Roo-Bar” nachdenken – einer Art überdimensionierten Stoßstange.

Dass die Population trotz der vielen Unfälle, Naturkatastrophen und aktiver Jagt stabil bleibt liegt daran, dass ein weibliches Känguruh immer schwanger ist: Während das kleine Känguru im Beutel heranwächst, wartet in der Gebärmutter schon der nächste Nachwuchs, dessen Entwicklung zurückgehalten wird. Stößt dem jungen Känguru etwas zu oder wird es erwachsen, wird diese Entwicklung fortgesetzt.

Känguruweibchen mit einem kleinen ``Joey``

Koalas


Genau wie Kängurus sind auch Koalabären nur in Australien in freier Wildbahn zu sehen. Ihr Leben verbringen sie in Eukalyptusbäumen. Koalas müssen nicht trinken – sie decken ihren Flüssigkeitsbedarf ausschließlich über Eukalyptusblätter. Dabei sind sie recht wählerisch: Sie essen von über 100 verschiedenen Arten nur 7 Eukalypten. Da die Verdauung der faserigen, harten Blätter viel Energie in Anspruch nimmt, schlafen Koalas bis zu 22 Stunden am Tag. Die harten Blätter sind letztlich auch dafür verantwortlich dass die Bären sterben: Ihre Zähne nutzen sich derart ab, dass alte Koalas keine Nahrung mehr zu sich nehmen können. Dabei werden wildlebende Koalas bis zu 18 Jahre alt.


Hotspots
Eine gute Gelegenheit Koalas in freier Wildbahn zu erleben, sind die Eukalyptuswälder entlang der “Great Ocean Road” in Südaustralien. Nahe kommen kann man Koalas in “Koala Habitat” auf Philip Island (VIC) oder in Kuranda (QLD).

Koalas sind in den Küstenregionen Queenslands, New South Wales und Victorias. Dabei haben die Koalas in Queensland ein kürzeres Fell als ihre in den kälteren, südlichen Verwandten.

Wombats


Im Südosten Australien sowie auf Tasmanien findet man einen weiteren Vertreter der Beuteltiere: den Wombat. Sie nutzen ihre kräftigen Pranken um Höhlen und Tunnelsysteme zu graben, in die sie sich tagsüber zurückziehen. Nachts werden sie aktiv und gehen auf Futtersuche, welches aus Gräsern, Pflanzen und Rinde besteht. Wombats können recht aggressiv werden – man sollte sich Ihnen mit Vorsicht nähern.

Die Wombat Population hat in den letzten Jahren deutlich gelitten. Es grassert eine Krankheit, die sie alle Haare verlieren lässt. Dazu kommen Leberprobleme und Probleme zu gehen. Forscher vermuten, die Krankheit wird durch eingeführte Gräser ausgelöst, welche die einheimischen Gräser , die Hauptnahrung der Wombats, ersetzen.