Essen & Trinken

Lebensmittel


Die Lebensmittelqualität in Australien ist merkbar höher als in Europa – egal ob Fleisch (speziell Rind), Obst oder Gemüse. Aufgrund der verschiedenen Klimazonen kann Down Under fast alles angebaut werden. Wegen der vielen Sonnentage reift hier das Obst und Gemüse besonders gut – was man auch schmeckt. Trotz des großen Landes sind die Transportzeiten recht kurz (zu lasten der Trucker – aber dies ist ein anderes Thema), so dass die Produkte zeitnah im Supermarkt landen.

(Bild: Jim Bendon)

Auch bei der Rinderzucht ist Australien eine der führenden Nationen: Die Tiere durchstreifen ohne Zwänge das Outback. Hier finden sie selbständig Nahrung und Trinkwasser – auch die Fortpflanzung findet Unkontrolliert statt. In regelmäßigen Abständen werden die Tiere mit Hilfe von Cowboys, Jeeps und Hubschraubern zusammengetrieben (das sog. “Mustern”) um die schlachtreifen Tiere zu trennen.

Restaurants


In den Großstädten begegnet einem eine ähnliche Restaurant-Vielfalt wie in europäischen Städten: Es werden einem Speisen aus verschiedensten Ländern angeboten, passend für jeden Geldbeutel. Aber auch in abgelegeneren Gebieten kann man auf echte Perlen stoßen – so hat Exmouth, WA einen tollen Italener. Doch dies ist eher die Ausname: Oft findet man in ländlicheren Gegenden landestypische, hausmännische Kost, die sich hauptsächlich um Fleisch dreht. Die Qualität der Produkte ist im allgemeinen Recht gut, letztenendes kommt es auf den Koch an.

Trinkgeld
Ein Trinkgeld von ca. 10% ist üblich.

In vielen kleinen wie großen Imbissen wartet man vergebens auf einen Kellner – man bestellt direkt am Tresen. Hat man sein Gericht von der darüber hängenden Speisekarte ausgesucht und geordert, erhält man ein kleines Gerät welches blinkt und piept wenn das Essen fertig ist und man es abholen kann.

In Australien ist es nicht selbstverständlich dass Restaurants eine Ausschanklizenz haben – dass heißt sie dürfen keinen Alkohol verkaufen. Gekennzeichnet sind solche durch ein “B.Y.O” Schild (“Bring your own”) an der Tür. In solchen Lokalen darf man selbst eine Flasche Wein (oder Bier) mitbringen, die vom Kellner geöffnet wird. Das Restaurant berechnet hierfür eine sog. “Corkage Fee” – eine Korkengebühr.

Fast Food


Man findet auch in Australien alle gängigen Fast-Food-Lokale, wenn auch unter anderem Namen: McDonalds heißtMaccas, Burger King nennt sich Hungry Jacks. Auch Subway (sehr zu empfehlen), Pizza Hut , Dominos und KFC ist aus Europa bekannt. Darüber hinaus gibt es noch australische Ketten wie Chicken Treat, Red Rooster (beide auf Hühnchen spezialisiert, letzterer empfehlenswert) und Eagle Boys (Pizza, nicht so gut wie Pizza Hut oder Dominos ). Gerade in kleinen Orten findet man oft auch unabhängige Lokale, in denen allerlei frittiertes angeboten wird.

In Einkaufszentren gibt es häufig auch eine sog. “Food Mall” in der sich Stand an Stand reiht und es genügend Sitzmöglichkeiten gibt.

Spezialitäten


(Bild: Pixonomy)

Wenn es EIN typisch australisches Gericht gibt, dann sind es die “Meat Pies” – kleine warme Fleischtörtchen. Der untere Teil besteht aus einer kleinen “Schale” aus Mürbeteig, die mit (Hack)Fleisch in Sauce gefüllt wird. Oben wird der Pie mit Blätterteig abgedeckt. Die Füllung ist natürlich variabel: Es gibt sie auch mit Steak-Stückchen, Speck, mit Käse, Pilzen, Pfeffer oder Kartoffeln. Man bekommt sie frisch beim Bäcker oder Tiefgefroren im Supermarkt. Dazu gibt es oft eine Sauce (meistens Ketchup), die auf dem Pie verteilt wird. Auch wenn es nicht zu den gesündesten Nahrungsmitteln zählt, kann ich “Meat Pies” nur empfehlen – einfach lecker!

Fisch-Liebhaber kommen im tropischen Norden Australien auf ihre Kosten, denn hier ist der Barramundi (slang: “Barra”) heimisch – ein besonders wohlschmeckender Süß-/Salzwasserfisch. Er ist sowohl in im Meer als auch in Flüssen zu finden, wobei Salzwasserbarramundis kräftiger schmecken und deshalb oft bevorzugt werden. Oft wird er als “Fish&Chips” angeboten: erst paniert, dann frittiert und mit Pommes serviert. Australier würzen letztere oft im “Lemon & Pepper“-Style: Erst mit frischer Zitrone besprenkelt und mit Pfeffer/Salz abgerundet.

Vegemite ist ein gewöhnungsbedürftiger Brotaufstrich. Er besteht aus Hefe und hat einen kräftigen, salzigen Geschmack. Australier essen ihn gerne auf Toast (mit Butter), auf Crackern oder im Sandwich. Bei den meisten Nicht-Australiern scheidet sich beim Geschmack die Meinung – man muss es selbst probieren und sich ein Bild machen.

Barbeque


(Bild: Jun Seita)

Barbecues (BBQ) sind für Australier eine Art Volkssport: Es wird gegrillt wenn immer man die Gelegenheit dazu hat. Gerne trifft man sich am Wochenende mit Freunden und Bekannten um der Fleischeslust zu fröhnen. Gegrillt wird alles was man auch in Europa kennt und der Supermarkt hergibt: Rind, Schwein, Geflügel, Fisch und Lamm – aber auch (für Europäer) exotisches wie Känguru oder Krokodil. Als Beilage werden gerne Kartoffeln oder Mais mit auf den Rost gelegt.

Auf jedem Campingplatz und in jedem Park befinden sich öffentliche Gasgrills die sich für ein paar Münzen anschmeißen lassen und auch gern genutzt werden. Für Backpacker eine nette Abwechselung zum oft tristen (kulinarischen) Alltag. Natürlich sollte man den Grill so hinterlassen wie man ihn vorgefunden hat.

Bush Tucker


Als “Bush Tucker” bezeichnet man alles was man draußen im Outback findet. Dazu zählen neben Insekten wie Maden oder Heuschrecken, auch Wurzeln oder Früchte. Oft bieten Eingeborene spezielle Ausflüge und Trips ins Outback an, wo sie dem interessierten Touristen diese Nahrungsmittel näherbringen und einem zeigen, wie Aborigines Jahrtausende land im unwirtlichen Outback überleben konnten.